How To – 15 Fragen, die du dir vor einer Besteigung des Kilimanjaro stellst

 

Die wichtigsten Informationen für eine erfolgreiche Kilimanjaro Tour

 

Nützliche Links

 

Wie komme ich zum Kilimanjaro?

Der Kilimanjaro liegt im Norden von Tansania nahe der Stadt Moshi. Dein Zielflughafen ist der „Kilimanjaro International Airport“. Es fliegen verschiedene Airlines wie z.B. Ethiopian Airlines (mit der ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe) über Addis Abeba nach Tansania. Von dort wirst du via Shuttlebus nach Moshi gefahren. Falls dein Anbieter keinen Transport anbietet, warten am Flughafen selbst, sehr viele Taxifahrer auf dich, die dich gerne in die Stadt bringen 😉

 

Wie viele Tage vor der Tour sollte ich anreisen?

Plane mindestens einen Tag vor der Tour ein um ausgeruht starten zu können. Wenn du Zeit hast, würde ich dir sogar zwei Tage empfehlen. Die Stadt Moshi selbst ist auch sehenswert.

Hier geht’s zum Bericht.*

 

Kann ich den Kilimanjaro ohne Guide besteigen?

Der Kilimanjaro kann nur mit ortskundigen Guides und Portern bestiegen werden. Diese kannst du über einen Touranbieter oder durch einen direkten Kontakt buchen. Ich finde es sehr gut, dass der Kilimanjaro Nationalpark eine Besteigung ohne Guide verbietet. Zum einen werden dadurch unzählige Arbeitsplätze für die Einheimischen geschaffen, die somit ihr Leben sichern können und zum Anderen hält es den ein oder anderen Bergsteiger davon ab, sich selbst und die Höhe am Kilimanjaro zu überschätzen.

 

Benötige ich ein Visum fur Tansania?

Ja, in Tansania herrscht Visumpflicht für Deutsche Staatsbürger. Die Kosten belaufen sich auf 50 USD oder 50 EUR, die du bar am Flughafen Kilimanjaro International Airport bezahlen kannst. Alternativ gibt es die Möglichkeit deinen Reisepass vor Antritt der Reise in die tansanische Botschaft zu schicken um das Visum vor Abflug zu beantragen. Dies ist nach meiner Erfahrung aber nicht nötig und relativ aufwendig, da sich die Visumsbestimmungen oft ändern und du deinen Reisepass somit maximal 4 Wochen vor Abflug zur Botschaft schicken darfst.

Daher erspar dir diesen Stress und lass dir dein Visum einfach am Flughafen ausstellen. Das lief bei mir jedes Mal reibungslos ab – eventuell brauchst du etwas stärkere Nerven, da in Afrika alles etwas länger dauert als bei uns 🙂

Aktuelle Hinweise zur Reisesicherheit in Tansania, findest du hier*

 

Wie hoch sind die Kosten für den Kilimanjaro?

Wir hatten für die Tour selbst ca.1.600 EUR bezahlt. Die Tourpreise variieren von Anbieter zu Anbieter und sind außerdem von der Wahl der Route und der Länge der Tour abhängig. Die Begehung über die Lemosho Route dauert mit mindestens 7 Tagen länger als die Begehung über die Marangu Route – auch Coca Cola Route genannt. Diese kann in 5 Tagen begangen werden, wozu ich allerdings niemandem raten würde. In den Kosten sind die Gebühren für den Kilimanjaro Nationalpark sowie Verpflegung und Bergteam beinhaltet. Zusätzlich waren in unserem Preis noch zwei Nächte in einem Mittelklassehotel in Moshi sowie der Flughafentransfer inklusive.  Zu den 1.600 € musst du noch Trinkgelder (ca. 200€ pro Person*), Visum- und Flugkosten einkalkulieren.

Übrigens liegen die Kosten für den Nationalpark bei ca. 150 USD pro Tag! Wenn du dir das hochrechnest, sind 1.600 € für 6 Tage auf der Rongai Route wirklich nicht viel. In diesen Kosten ist das Gehalt aller Porter und Guides sowie alle Kosten für die Verpflegung beinhaltet.

 

Wie viel Trinkgeld muss ich einplanen und wie setzt es sich zusammen?

Es gibt immer wieder Diskussionen über die Trinkgeldvergabe am Kilimanjaro. Es ist so, dass ein Trinkgeld am Kilimanjaro obligatorisch erwartet wird. Hierzu habe ich bereits hier etwas geschrieben.

Du kannst dich aber an diesen Richtlinien orientieren:

Guide: 15-20 USD pro Tag
Assistenzguide: 10-15 USD pro Tag
Koch: 9-12 USD pro Tag
Kellner: 9-12 USD pro Tag
Porter: 6-8 USD pro Tag / pro Träger

Interessantes Video zum Kilimanjaro und der Porter Situation vor Ort

 

Welche Route wähle ich?

Es gibt verschiedene Routen, die auf den Kibo führen.

Marangu: Diese Route gilt als die leichteste und meist begangene unter allen. Sie bietet die Möglichkeit, in Hütten zu übernachten und ist auch als „Coca-Cola Route“ bekannt. Die Marangu Route kannst du innerhalb von 5 Tagen begehen, was die schnellste Variante ist um auf den Gipfel des Kilimanjaro zu gelangen.

Machame: Die sogenannte „Whiskey Route“ ist technisch anspruchsvoller als die Marangu, wird jedoch sehr häufig begangen. Mit 6-7 Tagen hast du eine bessere Möglichkeit dich zu akklimatisieren. Die Unterbringung erfolgt in Zelten. Außerdem gilt die Machame als landschaftlich schönste Route.

Lemosho: Die Lemosho wird meistens in 7 bis 9 Tagen durchgeführt und bietet dadurch eine gute Akklimatisierung und somit einen recht hohen Gipfelerfolg. Sie ist landschaftlich sehr reizvoll und ähnlich der Machame, da sich die beiden auf den Wegen kreuzen. Außerdem wird die Lemosho Route weniger begangen als die Machame.

Umbwe: Der steilste und kürzeste Weg auf den Gipfel führt über die Umbwe Route. Diese Route solltest du nur in Angriff nehmen, wenn du weißt, wie dein Körper auf höhere Höhenlagen reagiert.

Rongai: Sie gehört zu den leichteren Wegen auf den Gipfel und wird meistens in 6 Tagen begangen. Die Unterbringung erfolgt in Zelten. Die Landschaft ist abwechslungsreich, allerdings nicht so spektakulär wie auf der Machame. Die Touren für die Rongai sind etwas teurer (Zeltunterbringung), dafür aber viel weniger besucht als die Marangu. Wir haben uns vor allem für die Rongai entschieden, da sie von wenigen Bergsteigern gewählt wird. Es ist die einzige Route, die vom Norden auf den Kibo führt. Der Abstieg erfolgt über die Marangu Route.

 

Wann ist die beste Reisezeit für eine Kilimanjaro Besteigung?

Die besten Monate für eine Besteigung sind folgende:

  • Januar/Februar: Etwas wärmer, möglich sind Wolken und ggf. etwas Regen
  • Juli:– Kalt und evtl. regnerisch / wolkig
  • August:– Kalt, wenig Regen, aber wolkig
  • September:Moderate Temperaturen, Regenwahrscheinlichkeit sinkt
  • Oktober:moderate Temperaturen, Regenwahrscheinlichkeit ist sehr gering,

September/Oktober sind normalerweise „überlaufener“, da die Wetteraussichten meist gut sind. Ich war im Oktober in Tansania und wir hatten spitzen Wetter. Es war kalt, aber sonnig und keinerlei Regen.

Zu meiden sind der November (kleine Regenzeit) und die Monate März-Juni (große Regenzeit). Hier kann es zu großen Regenschauern oder Schnee im Nationalpark kommen.

 

Kann ich den Kilimanjaro ohne Vorkenntnisse im Bergsteigen begehen?

Der Kilimanjaro wird oft als technisch leicht begehbarer Berg beschrieben. Tatsächlich benötigst du keine Vorkenntnisse im Bergsteigen um den Kilimanjaro erfolgreich zu erklimmen.  Ich spreche hierbei aus Erfahrung. Wichtig ist, dein Ziel – den Uhuru Peak – nicht aus den Augen zu verlieren, damit du, sobald die Höhe an deinem Körper zu zehren beginnt, nicht aufgibst. Die mentale Stärke spielt hier die ausschlaggebende Rolle.

 

Wie bereite ich mich sportlich auf die Tour vor?

Es ist schwer auf diese Frage eine pauschale Antwort zu geben, da jeder Körper anders ist. Grundsaetzlich ist zu sagen, dass eine Grundfitness vorhanden sein sollte, d.h. du solltest 20 km am Stück problemlos wandern können.

Das Wandern an sich ist immer noch die beste Vorbereitung für eine Wandertour.

 

Eine gute Kondition macht es dir in jedem Fall leichter, die Wanderung zu schaffen und am nächsten Tag ohne Muskelkater in den Beinen aufzuwachen. Es ist nicht nötig einen Marathon laufen zu können. Es gab  Marathon Läufer, die es nicht gepackt haben oder es unheimlich schwer und anstrengend fanden. In jedem Fall kann dir eine gute Kondition helfen. Sie ist aber kein Erfolgsgarant. Du weisst erst wie dein Körper auf die Höhe reagiert, wenn du dort bist. Daher ist es meines Erachtens  sehr wichtig, während der Tour auf sich und die Zeichen seines Körpers zu hören. Aber bitte keine Panik, das hört sich schlimmer an als es tatsächlich ist. Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass das Vorhaben „Kilimanjaro“ Aufregung und Nervosität hervorrufen kann. Wenn du vorher Zeit hast wandern zu gehen, geh wandern! Das hilft die Aufregung zu nehmen und gleichzeitig läufst du auch deine Schuhe ein – ein wichtiger Punkt während deiner Tour.

 

Meine 3 Tipps für eine erfolgreiche Tour

1) regelmäßiges Konditionstraining in Form von Joggen, Radfahrern oder am Besten WANDERN!

2) mentale Vorbereitung und ein unerschütterlicher Wille

3) nicht zu viel in den Tagesrucksack packen !!!

Was muss ich einpacken?

Auch wenn die Wanderung an sich nicht schwer ist und du keine großen Vorkenntnisse benötigst, ist es aufgrund der Höhe eine alpine Bergbegehung. Eine detaillierte Auflistung aller notwendigen Ausrüstungsgegenstände und viele weitere Tipps findest du hier*

Interessant zu wissen ist, dass dein großer Rucksack maximal 15 Kilo wiegen darf. Das ist das maximal zulässige Gewicht, was ein Porter tragen darf. Von Zara Tours (unser Anbieter vor Ort) wurde diese Gewichtsgrenze im Hotel überprüft. Zusätzlich zu den 15 Kilo trägt jeder Porter noch sein eigenes Gepäck und kommt meist auf rund 20 kg.

In deinen Tagesrucksack solltest du so wenig wie möglich einpacken. Umso leichter dieser ist, desto leichter werden dir die Tagesetappen fallen.

 

Wie sind die Toiletten Möglichkeiten am Klimanjaro?

Oh Gott, ich weiß noch, dass wir eine absolute Horrorvorstellung von den Toiletten am Berg hatten. Es kommt natürlich darauf an, wie empfindlich du bist. Manche Gruppen bekommen von einem Extra-Porter eine portable Toilette in die Camps getragen. Diese wird ausschließlich von der Gruppe selbst benutzt. Diesen Luxus hatten wir nicht und fällt bei geringem Reisebudget aus, da der Toiletten Porter extra bezahlt werden muss. In jedem Camp befinden sich Toilettenhäuschen. Es sind Plumpsklos. Ich hatte auf den Zeltrouten mit überhaupt keinen Toilettenhäuschen gerechnet und war mehr als überrascht wie „gut“ die Camps ausgestattet waren. Im Camp „Kibo Hut“, an dem Marangu auf Rongai Route trifft, gab es sogar richtige westliche Toiletten.

 

Welche Impfungen benötige ich?

Beim Thema „Impfungen“ scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Das bedeutet im Grunde muss jeder individuell entscheiden, welche Impfungen er als notwendig empfindet und welche er nicht braucht. Ich bin kein Impffreund, aber auch kein absoluter Impfgegner.

Eine Impfung ist bei Einreise aus einem gefährdeten Land zwingend notwendig – die Gelbfieber Imfpung. Ohne einen entsprechenden Nachweis wird dir die Einreise verweigert. Eine Einreise aus Deutschland nach Tansania ist in Ordnung, solltest du aber eine Weiterreise nach Sansibar planen oder gar einen Transitaufenthalt in z.B. Kenia haben, benötigst du die Gelbfieberimpfung.

Weitere empfohlene Impfungen werden in drei verschiedene Arten des Reisens kategorisiert und sind abhängig davon, wie du deinen Urlaub in Tansania verbringst. Ich erachte als sinnvoll sich gegen Hepatitis A und B und Tetanus zu impfen.

Weitere Informationen zu den empfohlenen Impfungen findest du auf der Seite vom Zentrum für Reisemedizin.  

 

Wie ist das Malaria Risiko am Kilimanjaro?

In Moshi selbst besteht ein Malaria Risiko. Am Kilimanjaro selbst sinkt das Risiko auf Moskitos zu treffen allerdings mit zunehmender Höhe gegen null.

Einzupacken ist für den Aufenthalt in der City in jedem Fall ein gutes Moskitospray, welches auch für die Tropen geeignet ist. Ich habe mit „No Bite*“ gute Erfahrungen gemacht. Vorsorge ist immer besser als Nachsorge und wer sich ausreichend vor den Moskitos schützt, verringert sein Malariarisiko enorm 🙂

 

Was muss ich am Kilimanjaro beachten?

Am wichtigsten sind 3 Regeln, die es immer und wirklich immer zu beachten gilt, wenn du deinen Gipfelerfolg nicht unnötig gefährden möchtest.

1) Trink genügend Wasser, auch wenn du keinen Durst hast. Das bedeutet nicht 3 Liter. Das bedeutet bis zu 6-7 Liter TÄGLICH!

2) Geh langsam – der Leitspruch am Kilimanjaro lautet Pole Pole, das ist Swahili und heisst Langsam Langsam. Dein Bergführer wird dich anhalten, langsam zu laufen, dennoch verfällt man schnell in eine flottere Gangart. Vor allem, wenn es dir gut geht und man noch am Anfang der Tour steht.

Dennoch: Dein Körper benötigt Zeit um sich an die extreme Höhe zu gewöhnen und die nimmst du ihm, wenn du die ersten Tage schnell aufsteigen würdest.

3) Positive Gedanken = Die Macht der Gedanken ist momentan in aller Munde, positives Denken kann aber auch am Kilimanjaro ungemein helfen, vor allem, wenn dein Körper die ersten Symptome der Höhe zu spüren bekommt. Wir sind oft zu soviel mehr in der Lage, als wir denken. Unser Gehirn sagt bereits STOPP – Don’t go there, wenn du noch einiges mehr schaffen kannst. Genau diese Devise gilt es zu beachten am Kili. Verliere dein Ziel nicht aus den Augen und rede dir immer wieder gut zu.

Achtung: Leichte Symptome sollten niemals mit akuten Anzeichen einer Höhenkrankheit verwechselt werden. Bei diesen ist ein weiterer Aufstieg immer lebensgefährlich.

 

 

Hab ich etwas vergessen, das dich interessiert und du noch wissen möchtest? Frag mich gerne 🙂

Mehr Inspirationen findest du auch auf meinem Instagram Account

 

 

 

 

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