Interview mit kITZ – Hilfe für Straßenkinder in Tansania

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Wie ihr wisst, blieb mir Tansania nach dem ersten Trip zum Kilimanjaro Oktober 2016 noch lange in Erinnerung. Zum einen wegen der beeindruckenden Landschaft und den wahnsinnigen Erlebnissen, die ich gesammelt hatte, aber vor allem auch wegen der Kultur und den geschlossenen Freundschaften mit den Menschen vor Ort. Deren positive Einstellung zum Leben und die Art und Weise den Tag lebendig und bunt zu machen gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Wie schaffen es Menschen, die so wenig haben, so verdammt glücklich zu sein? Wie kann es sein, dass wir hier in der westlichen Welt so viel besitzen und man tagtäglich doch auf so so viele negative Menschen trifft? Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir uns nicht über eine noch so kleine Sache aufregen oder beschweren. Manchmal muss ich mich selbst ermahnen und mich darauf besinnen, wie gut wir es hier haben. Was ein Glück wir haben, in Deutschland geboren worden zu sein. Wenn ich länger dadrüber nachdenke, ist es schon verrückt, dass diese Menschen, die niemals über ihre Landesgrenzen hinauskommen werden, so verdammt zufrieden und wertschätzend sind. Diese für mich vorhandene Ungerechtigkeit war unbegreiflich. Das war einer der Hauptgründe, warum ich unbedingt zurück nach Tansania reisen wollte.

Während meiner Recherche wie ich mich für dieses Land und die Menschen einsetzen könnte und mich mit mehreren Volunteering- Programmen beschäftigte, stieß ich auf die Mädels von kiTz – organisation for street kids in Tanzania. 

Die zwei haben einen Verein gegründet haben um eine Auffangstation für obdachlose Kinder in Dar Es Salaam aufzubauen. Dar Es Salaam ist eine Stadt in Tansania, die am indischen Ozean, in der Nähe der Insel Sansibar liegt. Vor kurzem stand für mich fest: Ich möchte die Mädels unterstützen, sie interviewen und damit versuchen sie ein wenig bekannter zu machen. Ich bin zwar (noch 😉 ) keiner der großen Reiseblogger, aber das ist unwichtig. Wenn nur ein Mensch auf diesem Blog von dem Verein liest und 1€ an die Mädels spendet, hat sich das Ganze gelohnt. Denn jeder Penny zählt – nicht für mich oder für dich, aber für die Kinder in Tansania. Und wenn wir uns mal die Frage stellen, wofür wir alles 1€ ausgeben, einfach mal so, dann fällt die Entscheidung das nächste Mal diesen einen Euro zu spenden, vielleicht doch leichter als gedacht.

Das Interview

 

Frage: Hey ihr zwei! Möchtet ihr euch kurz vorstellen und verraten, wer ihr seid und was euer Projekt genau ist?

Antwort: Wir kommen aus Niederösterreich und Osttirol und haben zusammen Soziale Arbeit studiert. Im März 2017 haben wir unseren Verein kiTZ-Unterstützung für Tansanias Straßenkinder in Wien gegründet. Wir arbeiten derzeit im Streetwork mit den Kindern und Jugendlichen und wollen in Dar es Salaam ein Haus kaufen um für ca. zehn Kinder und Jugendliche ein zu Hause zu schaffen. Sie werden einen Schul- oder Ausbildungsplatz erhalten und sollen die Chance auf Bildung und ein Leben weg von der Straße erhalten. Weiteren ca. 20 Kindern und Jugendlichen wollen wir anbieten ihre Kleidung bei uns zu waschen, sich duschen zu können, medizinisch versorgt zu werden und eine warme Mahlzeit am Tag zu bekommen.

Genaue Information finden sich auf unserer Webseite www.streetkitz.org. Wir geben auch jederzeit gerne genauere Auskünfte über uns und unser Projekt. Wir sind über Facebook, Mail oder auch telefonisch erreichbar.

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Frage: Was hat euch dazu bewegt einen Verein zu gründen und die Verwirklichung eures Traums anzugehen?

Antwort: Wir haben während unseres Studiums der Sozialen Arbeit ein Auslandspraktikum in Tansania gemacht und mit einer dortigen Organisation mit Straßenkindern gearbeitet. So hat es angefangen, wir haben unser Praktikum dann noch um einen Monat verlängert. Eigentlich wäre dieser Monat für Reisen geplant gewesen, aber unsere Prioritäten haben sich dann doch geändert. Da wir so viel Zeit mit den Kindern und Jugendlichen verbracht haben, sind sie uns persönlich sehr ans Herz gewachsen und es ist uns somit gar nicht möglich ihnen den Rücken zu kehren. Der Abschied viel uns sehr schwer und als wir wieder zurück in Österreich waren, war uns sehr schnell klar, dass wir unbedingt was machen wollen. Die genaue Beantwortung dieser Frage würde sich ins endlose ziehen, aber kurz: Wir haben gesehen, wie es den Kindern geht, wir haben die Missstände und ihre täglichen Problematiken und Herausforderungen gesehen. Es ist ein täglicher Kampf ums Überleben, an morgen denken sie nicht, können sie auch gar nicht, da im Jetzt schon viel zu viele Dinge auf sie einprasseln und sie voll und ganz damit ausgelastet sind. Wir wollen nicht wegschauen, wir kennen die Kinder und wissen welch großes Potenzial in jedem einzelnen steckt. Sie brauchen nur ein kleines bisschen Unterstützung. Unterstützung in einer Form die für die meisten von uns selbstverständlich ist.

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Frage: Was ist euer sehnlichster Wunsch bzw. was möchtet ihr mit eurem Verein erreichen?

Antwort: Wir planen eine „Auffangstation“ in Dar es Salaam zu eröffnen. Die Kinder und Jugendlichen sollen dort einen vorübergehenden Wohnplatz erhalten, sie sollen eine Lehr oder Schulausbildung machen können, um später ihr Leben selbst zu gestalten und die Chance auf Bildung und Arbeit zu erhalten. Wir möchten ihnen ermöglichen, wieder Kind zu sein, ein sicheres Zuhause zu haben und ein so gut wie möglich kindgerechtes Leben zu führen. Weiteren Kindern wollen wir ermöglichen, ihre Kleidung bei uns zu waschen, sich duschen zu können und einen kleinen Platz zu bekommen um Wertsachen und diverse Gegenstände bei uns aufbewahren zu können.

Frage: Läuft der Verein auf ehrenamtlicher Basis? Wie finanziert ihr die Organisation bislang?

Antwort: Ja genau, wir arbeiten ehrenamtlich und bezahlen unsere Flüge sowie Aufenthaltskosten mit unserem privaten Geld. Anfangs haben wir auch viel selbst bezahlt, wie zum Beispiel Krankenhauskosten, Verpflegung und Kleidung für die Kinder. Mittlerweile können wir vieles mit Spendengeldern bezahlen, wobei wir hier noch ziemlich am Anfang stehen und intensiv daran arbeiten weitere Personen auf uns aufmerksam zu machen und um ihre Hilfe zu bitten. Eine weitere Einnahmequelle sind von uns organisierte Veranstaltungen. Hier haben wir bereits ein paar gemacht und das funktioniert gut, da wir super Unterstützung von Lokalen und KünstlerInnen erhalten, die uns Räume kostenlos zur Verfügung stellen und kostenlos für uns auftreten.

Frage: Wie transparent ist eure Organisation? Wie kann man als Spender sehen wohin das Geld fließt – gibt es z.B. Updates?

Antwort: Das ist ein sehr wichtiger Punkt für uns: Transparenz wollen wir unbedingt gewährleisten. Heutzutage gibt es so viele Organisationen und Hilfsmöglichkeiten, dass es für den oder die einzelnen Spender(-innen) schwierig bzw. fast unmöglich ist, Einblick in die genaue Verwendung zu erhalten.

Wir posten regelmäßige Updates auf unserer Facebookseite. Wir haben derzeit ja eigentlich nur Ausgaben, wenn wir auch vor Ort sind. Wir geben auch gerne Auskunft über genaue Kosten und Verwendung, wenn wir diesbezüglich eine Anfrage erhalten. Viel Unterstützung erhalten wir auch von Privatpersonen und Unternehmen in Form von Sachspenden. Unsere fixen monatlichen SpenderInnen haben die Möglichkeit jederzeit unsere Spendenausgaben einzusehen. Auch werden diese Leute, falls Interesse, mit genaueren Details per Mail am Laufenden gehalten.

 

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Frage: Zurzeit seid ihr in Österreich – wer übernimmt aktuell die Aufgaben vor Ort?

Antwort: Wir haben bereits Personen die vor Ort für die Kinder erreichbar sind. Da wir aber noch kein Büro oder irgendeine Art von fixen Platz vor Ort haben und diese Personen in anderen Berufen tätig sind, geht es hier nur um Anliegen, die wirklich dringlich sind. Wir sind über Whats App und Facebook mit ihnen in Kontakt und auch manche der Kinder nehmen so regelmäßig Kontakt mit uns auf. Das ist gut um am Laufenden zu bleiben und die Sicherheit zu haben, dass wer da ist, falls es notwendig ist, jedoch ist dies natürlich keine langfristige Lösung.

Frage: Werdet ihr künftig vor Ort leben und arbeiten? Wie stellt ihr euch die Zukunft vor?

Antwort: Ja. Wir hoffen die „Auffangstation“ nächstes Jahr realisieren zu können. Wir werden von Anfang an mit Leuten vor Ort das Projekt aufbauen. Diese und auch andere sollen dann auch fix in der Station arbeiten. Michi wird für mindestens ein Jahr während der Anfangsphase vor Ort sein, wenn nötig auch länger. Dies ist abhängig von der Entwicklung und dem Erfolg unseres Projekts. Danach soll es komplett von Einheimischen geführt werden. Wir planen dann, ein bis zweimal im Jahr vor Ort zu sein um uns am Laufenden zu halten, den Überblick über aktuelle Ereignisse zu behalten und Informationen aus erster Hand einholen zu können. Auch würde es uns freuen, wenn wir Praktikant(-innen) und freiwillige Helfer(-innen) in unser Projekt miteinbeziehen können.

Frage: Wo seht ihr euch in 5 Jahren?

Antwort: Mit unserem Verein kiTZ in Dar es Salaam, hauptsächlich fungierend in Österreich zur Sicherstellung der Finanzierung. Wir sehen uns als Initiatorinnen eines tollen Projekts, welches in Österreich sowie auch in Dar es Salaam einen Namen hat.

Frage: Angenommen der Verein entwickelt sich besser, als ihr euch jetzt ausmalen könnt – hättet ihr Interesse an weiteren Projekten? Wenn ja, welcher Art?

Antwort: Eigentlich möchten wir ein kleiner Verein bleiben. Hauptsächlich um wirklich persönlich den Überblick behalten zu können und auf Dauer garantieren zu können, dass Informationen an unsere SpenderInnen aus erster Hand kommen. Aber natürlich wäre es unglaublich für uns, falls wir uns wirklich mal die Frage stellen können, ob wir weitere Projekte starten möchten. Jetzt wollen wir erst mal Schritt für Schritt denken. Die „Auffangstation“ ist unser Ziel und wir arbeiten hart daran, dies Wirklichkeit werden zu lassen. Aber man weiß ja nie, was die Zukunft noch bringen kann.

Frage: Wie kann man für euch Spenden? Gibt es Spendenquittungen?

Antwort: Unser Spendenkonto findet man auf unserer Webseite: Klick hier und auf Facebook

Natürlich stellen wir auch gerne Quittungen aus.

kiTZ-Unterstützung für Tansanias Straßenkinder
 Easybank
 IBAN: AT40 1420 0200 1097 1374
 BIC/SWIFT: EASYATW1

 

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