.

Warum eine Reise nach Afrika mein Leben verändert hat und warum Dankbarkeit der Schlüssel war

 

Nicht die glücklichen Menschen sind dankbar, die dankbaren Menschen sind glücklich – Francis Bacon

 

afrikaartikel

Meine Kindheit war behütet. Ich hatte ein Dach überm Kopf und immer genug zu essen. Meine Eltern sind bis heute glücklich verheiratet und ich habe bis heute noch Freundschaften aus der Kindheit. Eigentlich mangelte es mir an nichts. Dennoch war ich nicht immer glücklich. Irgendwann in meinem Leben gab es einen Punkt, an dem ich mich niemandem mehr mitteilte. Ich hatte Angst und war zu eingeschüchtert, befürchtete sogar ausgelacht zu werden. Ich machte die Erfahrung, dass meine Vorstellungen vom Leben nicht der Norm entsprachen und zog daraus die Konsequenz mich mit meinen Ansichten und Träumen zurückzuhalten. Hören wir bestimmte Sätze oder Ansichten anderer zu oft, glauben wir sie irgendwann. Ich fing an zu glauben, dass meine Träume zu groß seien. Ich baute mir mein eigenes Gedankengefängnis. Ich beschloss meine Gefühle, meine Ansichten für mich zu behalten, denn ich war davon überzeugt, dass andere diese für albern, für langweilig, für bescheuert, für verrückt hielten. „Was denken die Anderen? Was ist falsch mit dir? Was für eine Träumerin ich bin“ waren nur ein paar meiner täglichen Gedanken.

Ich zog mich in mich zurück und redete mir ein, ich sei nicht gut genug. Die Bedürfnisse anderer stellte ich über meine eigenen. Mein Verhalten richtete ich darauf aus bloß niemanden zu enttäuschen, es anderen recht und „richtig“ zu machen. Dass das so nicht funktioniert, merkte ich schnell, änderte aber erst mal nichts. Ich wusste auch gar nicht wie. Ich blieb in meiner wohlbehüteten Komfortzone, redete nicht über meine Gefühle und Bedürfnisse und verlor mich immer mehr in meinen mich zurückhaltenden Gedanken. Ich war grundsätzlich schon immer dankbar für meine Familie, für mein Leben an sich, aber hatte ich Dankbarkeit täglich praktiziert? Eher nicht.

Durch mein schwindendes Selbstvertrauen fiel es mir immer schwerer dankbar zu sein für das, was ich hatte. Ich konzentrierte mich nicht auf das Positive sondern auf das Negative und als sich das Gedankenkarussel erst mal angefangen hatte zu drehen, fiel es mir unheimlich schwer dieses wieder zu stoppen und mich auf das zu besinnen was ist. Jeder gute Coach spricht davon, wie wirksam Dankbarkeit sei, aber die wenigstens erzählen was genau sich in ihrem Leben dadurch veränderte und warum es für sie einen so riesigen Unterschied macht.

Was verändert sich in deinem Leben durch gelebte Dankbarkeit?

Es begann schon einige Zeit vorher, dass ich zufriedener mit mir und meinem Leben wurde, aber der Wendepunkt war die Reise nach Tansania und die sich anschließende Coaching Arbeit mit mir selbst. In Tansania waren alle so verdammt zufrieden. Die Menschen haben kaum Besitz, wenig bis gar kein Geld, sind aber so unendlich dankbar für das was sie haben. Ich erwischte mich das ein oder andere Mal wie ich in Gesprächen mit Einheimischen schlecht über Situationen und Umstände in der Heimat sprach. Ein Freund blickte mir in die Augen und sagte:„Steff, you are already so lucky“. Puh. Wahnsinnig tiefgehende Worte. Sie gingen mitten ins Herz. Kann es sein, dass offen praktizierte Dankbarkeit zu dieser Ansicht führt?

Dieser Gedanke faszinierte mich. Zu Hause berichtete ich von meinen Erlebnissen und diesen unglaublich strahlenden Gesichtern. Jeder verstand es und stimmte mir zu. Wir wissen das alle und hören uns leise sagen: „Ja, so ist es wirklich, je weniger Besitz, die Menschen haben, desto glücklicher scheinen sie zu sein.“ Doch nur 5 Minuten nach all der Zustimmung, beschwerte sich der Erste in der Runde und berichtete über den Stau auf der A3 am Wochenende und in dem er für eine Stunde feststeckte. „Naja…“, dachte ich. „Wenn wir Länder wie Tansania und deren Lebensweise nicht mit eigenen Augen sehen, dann vergessen wir schnell wie gut es uns geht und was wirklich wichtig ist“. Unser Stress ist häufig hausgemacht und niemand im Außen kann diesen abstellen. Wir müssen uns bewusstwerden, dass nur wir unsere Lebensweise ändern können.
Wir verlieren durch die vielen äußeren Umstände, die jeden Tag auf uns einprasseln, den Fokus auf das Wesentliche. Dieser hilft uns aber, zufriedener und ausgeglichener zu sein.

Wie können wir den ersten Schritt in ein stressfreies und glückliches Leben gehen?

Dankbar sein: Eine Entscheidung, die du triffst

Anfang 2017 gab es eine erneute Wende. Ich hatte einen unbändigen Drang zurück nach Tansania zu fliegen. Ich konnte das Gefühl damals kaum beschreiben und verstand nicht was mich so magisch anzog. Heute weiß ich, dass es die Wärme und die positive Energie der Menschen vor Ort war, die ich in der Art noch nicht kennenlernen durfte. Ich folgte meinem Herzen und reiste ein zweites Mal nach Tansania um die Menschen, die voller Freude am Leben strotzen, wiederzusehen und mehr über dieses Gefühl der Dankbarkeit zu erfahren.
Am letzten Abend vor der Heimreise führte ich mit unserem Guide Dullah ein Gespräch über unsere Jobs und den Umbruch, der gerade in Deutschland passiert. Ich erzählte, dass viele Menschen in unserem Alter unzufrieden in ihren eigentlichen Jobs sind und sich am liebsten heute statt morgen mit ihren Herzensprojekten selbständig machen wollen. Dullah erzählte von seinem Job (er ist Guide am Kilimanjaro) und dass er seinen Job über alles liebe, auch wenn dieser oftmals anstrengend sei und er häufig keine Lust darauf hätte. Er erzählte uns, dass sein Job ihm das Leben ermögliche, welches er jetzt führte und dass dieses ein sehr Gutes für tansanische Verhältnisse ist. Ich war verblüfft und inspiriert durch seine Ansichten. Immerhin muss er alle 2 Wochen den Kilimanjaro, einen knapp 6.000 Meter hohen Berg besteigen und erhält dafür gerade so viel Geld, um einigermaßen bescheiden leben zu können. Eine Dusche und warmes Wasser sind Fremdwörter für ihn. Seine weisen Worte klangen noch lange in meinen Ohren nach.

Nach der Reise nahm ich für 4 Wochen an einem Coaching Programm teil und lernte einige Tools kennen, die ich bis heute in meinen Alltag integriere. Ein sehr hilfreiches Tool war die Dankbarkeitsübung. Ich schrieb mir jeden Tag drei Dinge auf, für die ich dankbar war und lernte so, mich auf das Positive zu fokussieren und mehr Bewusstsein und Achtsamkeit in mein Leben zu bringen.

 

Awareness is always the first step because if you are not aware, there is nothing you can change. If you are not aware that your mind is full of wounds and emotional poison, you cannot begin to clean and heal the wounds and you will begin to suffer.“ – Miguel Ruiz

Sunrise

 

 

Die Dankbarkeitspraxis schaffte mir Bewusstsein, welches dazu führte, dass ich mich mit mir und meinen Ängsten auseinandersetzte. Meine größte Angst war mich öffentlich zu zeigen und für meine Gedanken und Träume ausgelacht zu werden. Die Tansanier würden den Kopf schütteln. „Wieso sollte dich jemand für deine Träume, deine Ängste, deine Gedanken auslachen?“ Sie würden niemals verstehen, was in unseren westlichen Köpfen vor sich geht. Nach der Rückkehr aus Tansania, schwor ich mir, mir bis zum Ende meines Lebens immer wieder bewusst zu machen, wie gut es mir geht und dass selbst an schlechten Tagen mein tansanischer Freund jederzeit mit mir tauschen würde. Ich brauchte keine Angst mehr zu haben. Getreu dem Motto „Spring und du wirst sehen, dass du Flügel hast“, sprang auch ich und gründete diesen Blog um mir eine Stimme zu geben.

Was für ein Erfolg. Die regelmäßige Dankbarkeitpraxis hat vor allem eins bewirkt: Sie hat meine Gedanken weg von der Negativität und hin zum Guten gelenkt. Aus Negativem kann nur Negatives entstehen, genauso wie aus Positivem nur Positives entstehen kann. Das ist meiner Meinung nach auch das Geheimnis der Tansanier. Sie treffen die Entscheidung dankbar zu sein und richten ihren Fokus auf das Positive im Leben und nicht auf all das Leid und all das Schlechte, was sie nicht ändern können.

Wie sieht meine Dankbarkeitspraxis aus und wie kannst auch du loslegen?

Vielleicht liest du diese Zeilen und denkst im Stillen: „Ich bin aber dankbar für mein Leben, meine Familie, meinen Partner, meine Kinder“. Dann glaube mir bitte: Es macht einen Unterschied, ob du das immer mal wieder denkst oder ob du es dir jeden Tag bewusst machst. Ich schreibe mir jeden Tag drei Sachen auf, für die ich dankbar bin. Meistens abends. Morgens funktioniert für viele noch besser, da du direkt mit einem positiven Grundgefühl in den Tag startest. Für mich hat sich aber der Abend zur Reflektion bewährt. Der Tag ist vorbei und ich vermerke mir die schönsten Ereignisse oder Kleinigkeiten, die mir einfallen. Versuch deine Gedanken unbedingt aufzuschreiben, denn so verankerst du sie noch stärker. Mach das jeden Tag. Wiederholung ist hier der Schlüssel. Wenn du mal keine Zeit hast, praktiziere es in deinen Gedanken. Wie gesagt: am besten jeden Morgen nach dem Aufstehen.

Wenn du schon etwas fortgeschrittener bist, übe dich in schwierigen Momenten in Dankbarkeit wie z.B. wenn du im Stau stehst und voraussichtlich zu spät zum nächsten Termin kommst: Nutze die Zeit und sei dankbar, für die Zeit, die du dadurch für dich gewinnst. Du kannst wählen ob du dich aufregen möchtest oder es gelassen nimmst. Ändern kannst du es nicht. Das Ergebnis ist das gleiche. Der Stau bleibt. Aber deine Stimmung kannst du frei wählen.

Ich möchte dir ein Beispiel aus meinem Leben erzählen. Es gab eine Zeit, da habe ich mir meine Freizeit mit Verabredungen und Terminen gefüllt um beschäftigt zu sein. Ich habe in den Verabredungen mit anderen meine persönliche Erfüllung und ein Abenteuer gesehen. Tolle Partys, in die Stadt einen Kaffee trinken gehen oder über das Wochenende wegfahren waren für mich Beschäftigungsmethoden, mich nicht mit mir selbst auseinander setzen zu müssen. Kurzgefasst: Ich konnte nicht gut mit mir alleine sein. Mich mit mir, meinen Gefühlen und meinen Gedanken auseinander zu setzen war mir ein Graus. Jedes Mal, wenn mir eine Verabredung gecancelt wurde, war ich innerlich nervös, manchmal sogar sauer. Vielleicht kennst du das sogar auch. Wenn eine Verabredung sehr kurzfristig abgesagt wurde, erwartete ich einen triftigen Grund. Sofern es diesen nicht gab, hatte ich kein Verständnis für die Absage. Wir waren ja immerhin verabredet. Mit der Zeit lernte ich aber mit mir alleine zu sein und diese Momente immer mehr zu genießen. Mein Kopf wurde ruhiger und irgendwann gab es einen Augenblick, in dem ich realisierte, dass jeder abgesagte Termin mehr Zeit für mich bedeutete. Mehr Zeit hieß weniger Stress im Alltag. Weniger Stress war super. Diese Erkenntnis habe ich auf andere Lebensbereiche übertragen. Seitdem lebe ich entspannter und dankbarer für unvorhergesehene Situationen. Ich erkenne das Positive in schwierigen Momenten leichter und kann Dankbarkeit empfinden während ich im Stau stecke. Vielleicht soll er mir einfach nur signalisieren, dass ich mal eine Pause vom hektischen Alltag brauche. 😉

  1. Kauf dir ein Dankbarkeitstagebuch.

  2. Schreibe jeden Morgen 3 Dinge auf, für die du dankbar sein kannst.

  3. Mach‘ es dir zur täglichen Übung.

  4. Übe dich in Gedanken in Dankbarkeit, wenn du eine stressige Situation erlebst und ziehe einen positiven Nutzen daraus.

Dank Dankbarkeit habe ich erkannt, wie gut es mir geht. Dank Dankbarkeit habe ich verstanden, dass auch negative Ereignisse eine positive Wirkung haben können. Heute bin ich dankbar für die Phase in meinem Leben, in der ich mich verloren habe. Ich bin dankbar für eine Beziehung, die nicht so verlief, wie ich mir eine glückliche Beziehung oder Partnerschaft vorstelle. Ich war so lange verschlossen in mir selbst, dass ich es mittlerweile SO satt habe. Ich liebe Offenheit und Neugierde bei anderen Menschen und mittlerweile auch bei mir selbst. Ich liebe es mich auszudrücken und mich mit anderen Menschen auszutauschen. Daher teile ich das heute mit dir und bin wahnsinnig gespannt zu hören, wofür du dankbar bist und welche Ereignisse dich daran erinnert haben, wie gut es dir jetzt schon geht. Ich möchte mit diesem Post inspirieren und Menschen anstecken, ebenfalls echte Dankbarkeit zu praktizieren. Jeden Tag. 5 Minuten. In Gedanken oder auf Papier. Es macht einen fucking riesengroßen Unterschied.
Wer weiß wo du in einem Jahr mit praktizierter Dankbarkeit stehst? Auf jeden Fall wirst du zufriedener sein. Wollen wir wetten?

Wofür bin ich dieses Jahr dankbar?

Gerade in der Vorweihnachtszeit mache ich es mir gerne zum Ritual, das letzte Jahr Revue passieren zu lassen: Was war dieses Jahr besonders toll? Was war nicht so berauschend? Was habe ich durch die schwächeren Phasen und Schicksalsschläge gelernt? Was will ich weiterhin nächstes Jahr beibehalten und was will ich nicht mehr haben?
Ich bin dankbar für die Reise nach Tansania und die einmaligen Einblicke in das Leben meiner Freunde vor Ort und die sehr inspirierenden Gespräche. Ich bin dankbar für Freundschaft, die zu 100% echt ist, keine Maske, kein Schein. Ich bin dankbar für all die unglaublich tollen Menschen, die ich durch diesen Blog kennenlernen durfte und die seitdem in mein Leben getreten sind. Ich bin dankbar für Laura Malina Seiler, die mein Leben durch ihr Online Programm so positiv beeinflusst hat. Ich bin dankbar für Yoga, ein wundervolles Studio, für eine Menge gewonnener Erkenntnisse und dafür dort einen Raum gefunden zu haben, einfach ich sein zu dürfen. Ich bin dankbar für die Unterstützung meiner Familie, vor allem in den schwierigen Monaten in diesem Jahr. Ich bin dankbar für meine schwachen Momente, denn durch diese kann ich wachsen. Ich bin dankbar für meine Fortbildung, durch die ich so viel lernen konnte. Ich bin dankbar für meinen Arbeitgeber, ohne den ich nicht das Leben führen könnte, welches ich derzeit führe. Ich bin dankbar für das Rennen durch den Herbstlaub mit einer Freundin. Ich bin dankbar für Winterspaziergänge im Schnee. Ich bin dankbar für die Möglichkeit jede Woche in die Kletterhalle gehen zu können. Ich bin dankbar für alles was kommt und alles was ist. Ich weiß, dass alles richtig ist, auch wenn ich manchmal noch versuche es „richtig“ zu machen. In diesen Momenten versuche ich mich selbst daran zu erinnern, dass es kein falsch gibt. In Tansania habe ich das gelernt. Es sind die kleinen Dinge, auf die es ankommt und wir haben es in der Hand. Dankbarkeit gehört für mich zu diesen „kleinen“ Dingen.

 

I still have a long way to go. But I’m already so far from where I used to be and I’m proud of that. – Unknown

 

So jetzt bist du dran: Wofür bist du dankbar? Was ist jetzt schon in deinem Leben, was dich heute so glücklich macht, dass du platzen könntest? Dir fällt spontan nichts ein? Es gibt immer einen Grund dankbar zu sein. Vielleicht fängst du damit an: Gesundheit, genügend zu Essen, ein Dach über dem Kopf, dein Augenlicht…

Alles Liebe für dich,

Stefanie

 

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.