5 Gründe warum du deine Angst überwinden und es einfach machen solltest   

 

Als ich meine allererste Soloreise angetreten habe, gab es zwei unterschiedliche Reaktionen meines Umfeldes. Die Einen fanden mein Vorhaben total mutig und toll und fragten mich wie ich das nur schaffe. Meistens folgte dann prompt der Satz „Für mich wäre das ja nichts, aber toll dass du das machst“. Die andere Hälfte beäugte mich eher kritisch und fragte mich ob ich denn keinen Reisepartner gefunden hätte. Als ich dann stolz erzählt habe, dass ich gar keinen gefragt habe, weil ich das bewusst so entschieden habe, wurde ich erstaunt gefragt ob ich denn keine Angst hätte – so ganz alleine.

Die meisten Menschen, die dir diese Frage stellen, sind wahrscheinlich noch nie alleine verreist. Und auch ich habe mich eine lange Zeit von meiner Angst alleine zu reisen, zurückhalten lassen. Oft ist in unseren Köpfen die Vorstellung verankert, dass wir auf der gesamten Reise keine anderen Menschen kennenlernen werden. Daher müssen wir uns zuerst einmal fragen:    

 

Was bedeutet es überhaupt alleine zu verreisen? 

Wer alleine verreist, ist nicht wirklich alleine und schon gar nicht einsam. Und noch spannender: Wer alleine verreist, kommt viel häufiger mit anderen Reisenden ins Gespräch. Aber wie kommt das? 

Du musst nicht extrovertiert sein um mit anderen in Kontakt zu treten. Das bin ich nämlich auch nicht. Häufig reicht es schon, wenn du offen gegenüber anderen Reisenden bist. Hilfreich ist es dabei, wenn du in einem Hostel unterkommst, in dem es sein kann, dass DU von anderen angesprochen wirst. Keine Sorge – meistens ergeben sich solche Gespräche ganz von selbst und sind einfacher als du im Vorfeld denkst. Früher hätte ich niemals geglaubt, dass es leichter ist andere Reisende kennenzulernen, wenn du alleine unterwegs bist (für mehr hierzu scrolle nach unten).    

Die Atmosphäre in Hostels ist wirklich entspannt und alle haben etwas gemeinsam – sie sind auf Reisen. Aber fangen wir am Anfang an – der Fakt, dass du bis hierhin gelesen hast, zeigt, dass du dich für das Alleine Reisen interessiert – Hey Super! Das wird richtig GUT 🙂 

 

Wie wähle ich den Ort für meine erste Solo Reise aus?

1. Wähle eine Reiseart, bei der du dich gut aufgehoben fühlst. Ich finde vor allem Städtereisen bieten sich sehr gut für die erste Soloreise an, da du keine großen Strecken von A nach B in ungewohntem Umfeld überwinden musst. Selbst wenn du niemanden kennenlernst, gibt es genügend Möglichkeiten vor Ort mit denen du dir deine freie Zeit vertreiben kannst. Außerdem fühlen wir uns gleich wohler, wenn uns ein neuer Ort nicht komplett überfordert.

2. Es ist hilfreich, die Sprache des Reiseziels zu sprechen. Auch bei diesem Punkt liegt der Fokus auf dem Aspekt „Wohlfühlen“. Es hilft total, wenn du am Zielort ankommst und dich mit den Einheimischen verständigen kannst. Das nimmt dir die Sorge, dich nicht zurecht zu finden, da du in jedem Fall nach Hilfe fragen und dich verständigen kannst. Solltest du Englisch sprechen, reicht es natürlich vollkommen, wenn du dich auf deiner Reiseroute mit Englisch verständigen kannst. Falls du kein Englisch sprichst und genau dass dir Sorgen bereitet, kannst du entweder ein Reiseland wählen, in dem Deutsch gesprochen wird oder du gehst ALL IN was die Sprache anbelangt, reist dafür aber in ein Land, welches dem westlichen Standard entspricht, was dir wiederum hilft dich besser zurecht zu finden. Im Endeffekt geht es doch hauptsächlich darum, dass wir uns bei Ankunft nicht komplett von neuen Gegebenheiten überfordert fühlen.

3. Sicherheit im Zielland – SAFETY First 🙂 Politische Stabilität oder auch ein ähnlicher Lebensstandard können uns das Gefühl von Sicherheit vermitteln. Vor allem für uns Frauen immer wieder ein ausschlaggebendes Argument. Meine erste Soloreise sollte entweder nach Barcelona oder nach Sri Lanka gehen. Ich habe mich kurzerhand genau aus diesem Aspekt für Barcelona entschieden, da mir Sri Lanka zu „unsicher“ war. Heute lache ich über diesen Gedanken, aber damals hat es mir unheimlich viel Sicherheit gegeben in eine Stadt zu fliegen, die einen westlichen Standard hatte und in der die Kultur ähnlich der meinen war.

5 Gründe warum du alleine verreisen solltest – obwohl du Angst hast

1) Selbstvertrauen

Wenn du alleine reist, wirst du eine Menge Erfahrungen machen, die neu für dich sind. Du wirst über dich hinauswachsen und dein Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten wird wachsen. Ich verspreche dir, dass du dir nach deiner ersten Soloreise mehr zutrauen wirst als zuvor. Du wirst in jedem Fall von dir selbst überrascht sein.

2) Unabhängigkeit

Das Beste an einer Soloreise ist, dass du jeden Morgen alleine entscheiden kannst, worauf du Lust hast, was du dir anschauen willst und was du erleben willst. Du kannst entscheiden, ob du Touren mit anderen Reisenden teilen möchtest oder ob du Orte alleine erkunden möchtest. Du darfst in deinem Tempo laufen, du bist unabhängig und niemand wird dich hetzen, dass noch Ort XY auf dem Programm steht.

3) Neue Freundschaften

Ein wundervoller Aspekt des Alleine Reisens sind die Menschen, die du unterwegs treffen wirst. Auch, wenn es immer wieder traurig ist, die lieb gewonnenen Menschen zu verabschieden, ergeben sich mit dem ein oder anderen wahre Freundschaften. Das Beste daran ist, du schließt Freundschaften auf der ganzen Welt, woraus sich oft kostengünstige Reisen ergeben 😉 Na, überzeugt?

4) Horizont erweitern

Einhergehend mit Kontakten, die wir auf der ganzen Welt knüpfen, erweitern wir automatisch unseren Horizont. Solange wir uns nur in Deutschland aufhalten, werden wir immer nur die deutschen Sichtweisen kennenlernen. Sobald wir einen Einblick in andere Kulturen, deren Lebensweisen und Einstellungen bekommen, verändern wir unser Weltbild und dürfen über unseren eigenen Tellerrand blicken. Durch das Reisen habe ich zum Beispiel meine Sichtweise zu Reisen innerhalb von Europa um 180 Grad verändert. Früher konnte ich Europa als Kontinent gar nicht schätzen und fand es sogar langweilig innerhalb von Europa zu verreisen. Es musste immer weit weg gehen, möglichst ans andere Ende der Welt. Ich reise zwar immer noch gerne overseas, bin aber mittlerweile dankbarer denn je für diesen absolut grandiosen Kontinent. Amerikaner, Kanadier, Australier – alle beneiden uns um unsere Vielfalt an Ländern und die kurzen Wege, die es uns möglich machen so schnell und vor allem günstig in andere Länder zu reisen.

5) Kompromisse

Dieser letzte Punkt ist für mich wirklich extrem wichtig. Es gibt kaum was schöneres als einzigartige Augenblicke auf Reisen mit Menschen, die wir lieben zu teilen. Es ist in der Tat das größte Manko bei einem Solotrip. Dennoch haben einige. Unter uns (wie ich zum Beispiel) diese unstillbare Reiselust und oftmals nicht das Umfeld, dass gleichzeitig Zeit, Geld und Lust hat genau die Reise anzutreten, die wir uns selbst vorstellen. Wir gehen daher viel zu häufig Kompromisse ein, die uns am Ende des Tages nicht zufrieden stellen und nicht unseren eigenen Träumen entsprechen. Ich selbst habe viel zu lange versucht, andere für meine Reiselust zu begeistern und Freunde zu animieren mit mir zu vereisen. Leider hat das weder mich noch meine Freunde (die einfach nicht den selben Drang hatten) happy gemacht.
Irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich das nicht mehr wollte. Ich wollte auf keinen Fall zu Hause bleiben, nur weil keiner Zeit hatte. Ich wollte weder auf eine Reise gehen für die ich selbst nur zu 50% brannte, noch eine Reiseart wählen, die nicht mir entsprach. Es ist schwer Freunde zu finden, die die gleiche Art des Reisens bevorzugen, ein ähnliches Budget und ähnliche Hobbies wie du selbst haben. Fange an, dir das Bewusstsein zu schaffen, dass du jederzeit alleine losziehen kannst, wenn du dich nur traust. Der Fakt und genau dieses Bewusstsein, dass ich mich von keinen anderen Personen und deren Wünschen abhängig machen muss, war für mich DER ausschlaggebende Faktor, der viel bewegt hat. Das heißt nicht, dass ich nie Kompromisse eingehe oder es nicht toll finde, mit jemandem zusammen zu reisen. Es ist toll, wenn wir einen Reisepartner haben, der einen ähnlichen Reisestil hat wie wir selbst. Jedoch möchte ich mich nicht selbst davon abhalten eine Reise anzutreten nur weil mir der Reisepartner fehlt. Vor meiner ersten Soloreise war ich mehr als nervös und aufgeregt. Jetzt muss ich zugeben, dass ich meine „Me Zeit“ auf Reisen sehr genießen kann und es liebe selbstbestimmt zu reisen.

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